Interview: Von Gräbern und Staren

„Dienstleistungen mit Drohnen“ ist auf der Homepage von Skyability zu lesen. Damit liegt das Start-Up-Unternehmen voll im Trend.

 

Geonews: Herr Knopf, Sie sind einer der Geschäftsführer von Skyability. Wie entstand die Gründungsidee?
Dipl.-Ing. Philipp Knopf: Wir sahen bereits vor einigen Jahren das Potential in Drohnen und ihre vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten. Im Jahr 2015 gründeten wir zu Dritt das Unternehmen.

Welche Dienstleistungen bieten Sie?
Industriebetriebe müssen ihre Anlagen immer wieder überprüfen. Hohe Anlagen und unzugängliche Anlagenteile, die nur von Industriekletterern begutachtet werden können, wie Rotorblätter von Windkraftanlagen, Dächer oder Schornsteine, sind für unsere Drohnen der ideale Einsatzort.
Beim Thema Vermessung und 3D-Visualisierung arbeiten wir gerne mit und für Vermessungsbüros, weil wir mit unseren Koptern bislang zeitaufwändige und gefährliche Arbeiten – z. B. an steilen Bereichen in Steinbrüchen – effizient und lückenlos aufzeichnen.
Die Digitalisierung von Friedhöfen schließlich ist nicht nur für Gemeinden, sondern auch für Pfarren interessant, weil wir den Verwaltungsaufwand für die Betreiber deutlich reduzieren.


Welche Genauigkeiten erreichen Sie?
Im Bereich Deponievermessung, 3D-Modellierung von Steinbrüchen und Erstellung von Geländemodellen für Volumenberechnung erreichen wir durch Drohnenbefliegungen wesentlich genauere Daten als sie terrestrisch aufgenommen werden können. Die Abweichungen liegen im cm-Bereich.

Müssen Vermessungsbüros nun die Konkurrenz durch Drohnen fürchten oder gibt es eine Zusammenarbeit?
Wir zählen hier ganz klar auf die Zusammenarbeit mit Vermessungsbüros und Ziviltechnikern. Eine Drohne kann die Arbeiten eines „klassischen“ Vermessers niemals ersetzen, sie ist vielmehr eine Ergänzung. Die Auslastung unserer Drohne treibt uns an, die technischen Voraussetzungen immer am neuesten Stand zu halten. Vermessungsbüros haben so die Gewissheit, immer am Stand der Technik zu sein, ohne selbst eine Drohne zu betreiben.

Mit rmDATA gibt es ebenfalls eine Zusammenarbeit, speziell im Bereich Friedhofsmanagement. Wie sieht die Gesamtlösung aus?
Mit der Gesamtlösung aus unserem Datenmanagement und dem Einsatz der Software von rmDATA erschließen sich für den Endkunden sehr viele Möglichkeiten, die die Verwaltung und das Grabmanagement effizient machen.


Wir übernehmen hier von der Georeferenzierung über die Befliegung sowie die Auswertung der Daten bis hin zur Digitalisierung die gesamte grafische Darstellung. Bei manchen Gemeinden reicht es aus, einen digitalen Plan zu erstellen, da bereits Verwaltungsmodule genutzt werden. Handschriftliche Aufzeichnungen, selbst gezeichnete Pläne und Karteikarten, gehören damit der Vergangenheit an.

Sie haben den Gesamtsieg beim Innova-tionspreis Burgenland 2016 mit dem „Winzerfalken“ geholt, was genau ist das?
Der Winzerfalke ist eine speziell für die Vertreibung von Staren („Starehut“) entwickelte Drohne. Sie ist der Natur nachempfunden, sieht aus wie ein großer Falke, hat ein ähnliches Flugverhalten und imitiert durch ein Soundmodul dessen Laute. So helfen wir den Winzern, die gefräßigen Stare von den edlen Trauben fern zu halten. Das Pilotprojekt in Rust 2016 hat alle Annahmen übertroffen.

Wohin geht die Reise in Ihrem Unternehmen, was sind Ihre Ziele?
Die Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern hat sich in den letzten beiden Jahren so rasant entwickelt wie die Drohnentechnologie selbst. Wir wollen weiter den Weg in Richtung Full-Service-Anbieter gehen und uns gemeinsam mit Partnern weiter am Markt etablieren. Die Basis dazu ist bereits geschaffen!

Vielen Dank für das Gespräch! (Das Interview führte Susanne Friedl-Steiner)

Dipl.-Ing. Philipp Knopf, Geschäftsführer Skyability GmbH

Bild links: Das Team von Skyability © Skyability GmbH

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